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Geriatrie - Ich bin einverstanden

08.06.2022

geschrieben von: VetTrust AG


Je nach Tier schlägt das Alter verschieden rasch und unterschiedlich deutlich zu. Bei einigen setzt der Alterungsprozess sehr schnell ein, andere wiederum altern langsam. Was aber immer bleibt: Es liegt an uns Tierfreunden, dass wir uns an die neuen Bege- benheiten anpassen. Die Bedürfnisse unserer Lieb- linge verändern sich im Alter. Es ist eine Heraus- forderung, unseren tierischen Freunden stets in allen Lebenslagen gerecht zu werden. Meist haben wir bisher die Tiere in unserem Alltag integriert – nun geht es vielmehr darum, dass wir uns in den Alltag unserer Tiere integrieren.

Verlorene Flexibilität

Ich spreche nicht davon, dass die Schnauze unserer Senioren nun grau wird, sondern, dass sie meist weniger mobil werden. Ihre Beweglichkeit nimmt ab – und hier ist nicht nur die Gelenksbeweglichkeit gemeint, vielmehr auch die geistige Flexibilität.Die meisten alternden Tiere werden starrer und brauchen immer mehr Halt durch möglichst gleich- bleibende Strukturen im Alltag. Wir, die unsere Tiere lieben, kommen meist gut zurecht damit.Wir stehen in dauerhafter Verbindung mit ihnen und rücken in dieser Lebensphase noch enger zusammen. Die Auseinandersetzung mit Themen, welche uns bisher noch fern lagen, beginnt und wir werden oft ängstlich und fürchten uns davor, unser Tier zu verlieren. Die Frage, ob wir «den Moment» erkennen werden, wann es Zeit ist, Abschied zu nehmen, drängt sich uns auf.

Alle mischen mit – ungefragte Ratschläge

Unsere Nachbarn sprechen uns an, auf dem Spazier- gang ernten wir mitfühlende Blicke oder werden mit Ratschlägen versehen, nach denen wir gar nicht gefragt haben. Unsere Freunde verstehen es viel- leicht nicht, dass wir den Restaurantbesuch beson- ders kurz halten oder ein Treffen absagen, «nur» weil unser Hund oder unsere Katze zu Hause wartet und nicht mehr gut allein sein kann. Im Pferdestall ernten wir Kopfschütteln, da wir viel Geld in ein Pferd investieren, welches nicht mehr reitbar ist und – egal, ob es regnet oder schneit – mit ihm an der Hand spazieren gehen, um ihm dennoch einen abwechslungsreichen Alltag bieten zu können. Jede/r scheint es besser zu wissen, und die Situation spitzt sich immer mehr zu. Unsere Tiere werden noch älter, noch langsamer, sie beginnen eventuell gar an Demenz zu leiden, verlieren die Stuben- reinheit, werden blind, taub oder einfach nur sehr gemütlich. Die Blicke unseres Umfelds bleiben länger an uns hängen und es werden noch mehr (ungefragte) Ratschläge erteilt. Nun beginnen wir zu zweifeln. Das Vergleichen beginnt: Wie ist unser heutiges Leben mit unserer Grauschnauze und wie war es noch vor ein paar Jahren? Wir erkennen unseren gemeinsamen Alltag kaum mehr wieder. Zweifel kommen auf: Hat mein Hund trotz kürzerer Spaziergänge, trotz Rückzug aus dem Sport oder unsere Katze trotz der fehlenden Jagdgeschenke noch genügend Lebensqualität? Die Schussfahrt in die Negativspirale nimmt ihren Lauf.

Wir wagen es, unsere Vertrauenstierärztin zu fragen, wie sie die Situation einschätzt. Wir erhoffen uns von ihr ein klares Statement. Die Antwort ist meist nicht so einfach, wie wir sie erwartet hätten: «Seien Sie einverstanden mit dem Alter Ihres Lieblings. Er wird Ihnen sagen, wenn er so weit ist! Hören Sie nur auf Ihr Tier und sich selbst. Geniessen Sie jeden Tag und die ganz besondere Liebe, welche Sie verbindet.»

In meiner «Schmerz- und Palliative Care»-Sprech- stunde habe ich täglich mit Tierfreunden mit geria- trischen Begleitern zu tun. Es ist mir ein besonders grosses Anliegen, dass Sie sich trauen, auf Ihre innere Stimme zu hören – und wiederum weg- zuhören, wenn «von aussen» eingegriffen werden möchte. Ich durfte schon hunderte Male Tierbesit- zer auf ihrem Weg mit ihren Senioren durch ihre alten Tage begleiten – und noch nie lag der Tierbesitzer falsch, wenn er es schaffte, das «Aus- sen» auszublenden und nur auf sein Tier zu hören.

Einverstanden sein, in Verbindung bleiben und der kleine «Schubser»

Unsere Erwartungshaltung daran, wie unser Zusammenleben mit unseren Senioren aussehen müsse, ist entscheidend. Stellen Sie sich selbst im höchsten Alter vor: Auch wir werden einen Moment erreichen, an dem wir uns dazu entschlies- sen, dass wir nicht mehr wandern gehen. Auch wir ziehen uns Schritt für Schritt aus unseren körper- lichen Aktivitäten und Belastungen zurück und verlagern langsam, aber stetig unsere Interessen. Natürlich ist es wichtig, dass auch wir uns immer wieder einmal einen kleinen «Schubser» geben, damit wir nicht zu träge werden. Auch uns tut Ergotherapie gut, das Seniorenturnen, eine angepasste Ernährung, Sozialkontakte, das Ausfüllen eines Kreuzworträtsels, um auch geistig fit zu bleiben, und möglichst viel Zeit draussen an der frischen Luft. Und natürlich können uns unsere Nächsten dabei helfen, wenn es ab und zu an Motivation fehlt. Lassen Sie uns also unseren Tieren die Nächsten sein.

Die stimmige Welt und die Entscheidung

Solange das Zusammenleben stimmig ist für unsere Senioren und uns, passt auch unsere gemeinsame Welt. Das ist die einzige Welt, die stimmen muss. Weder die Welt des Nachbarn noch die des missio- nierenden Mitspaziergängers oder die unserer Stallkumpel ist massgebend, sondern nur die, in der Sie und Ihr geliebtes Tier leben. Bis Sie Ihrem Liebling in die Augen schauen und verstehen, dass der Zeitpunkt gekommen ist. Der Moment, den letzten gemeinsamen Weg zu gehen.

Spätestens dann werden Sie alle Zweifel verlieren und wissen, dass wirklich nur ein Wesen entschei- den kann, wann es an der Zeit ist, loszulassen: IhregeliebteGrauschnauzeselbst.

Mehr Unter: www.tierischgesund-magazin.ch

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