Meine Katze niest und mein Hund hat Juckreiz – haben sie Heuschnupfen?

12.06.2020

geschrieben von: VetTrust AG


Ans Licht kommt eine Allergie oft durch den Juckreiz, den sie hervorruft. Was es damit auf sich hat, was Sie zum Thema Allergien wissen müssen und was Sie tun können, wenn Ihr Haustier betroffen ist, lesen Sie in diesem Artikel.

Allergien sind lästig – und leider fast allgegenwärtig, jedenfalls bei uns Menschen. Vielen tränen die Augen wegen fliegender Pollen, oder sie müssen sich milbendichte Überzüge für ihre Duvets kaufen. Restaurants führen ihre Menus auch gluten- und laktosefrei und in den Supermärkten wuchern Produktketten und Labels, die für allergische Personen bestimmt sind. Studien zeigen, dass Allergien und Unverträglichkeiten heute häufiger diagnostiziert werden als noch vor 50 Jahren – warum genau, das ist auch den Expertinnen und Experten noch nicht klar. Auch Tiere können Allergien entwickeln. Ob sie wie bei uns Menschen früher weniger oft vorkamen, ist nicht bekannt. Aber worauf manche Tiere allergisch reagieren und woran Tierhalter und Tierärztinnen dies erkennen können, dazu gibt es Fakten. Einer davon ist: «Heuschnupfen», also eine Allergie gegen Pflanzenpollen, gibt es auch beim Hund. Sie wird Atopie genannt und die Symptome sind Juckreiz und andere Hautsymptome.

Juckreiz – und andere Symptome einer Allergie bei Haustieren

Eine Allergie ist – bei Menschen ebenso wie bei (Haus-)Tieren – eine Überreaktion des Immunsystems auf eine eigentlich harmlose Substanz. Beim Menschen äussert sich das als Heuschnupfen, Asthma oder Neurodermitis. Beim Tier sehen wir am häufigsten Juckreiz, Hautveränderungen und Ohrinfektionen. Neben einer Allergie kann es sich dabei allerdings auch um eine andere Unverträglichkeitsreaktion oder um einen Ektoparasitenbefall (Flöhe etc.) handeln. Ob Allergie oder andere Reaktion: Juckreiz ist für unsere Haustiere sehr unangenehm, sie kratzen, reiben und nagen sich. Das kann haarlose Stellen, Krusten, Rötungen und Blutungen verursachen, bakterielle Infektionen kommen hinzu, was wiederum zu Entzündungen führt – und zu noch mehr Juckreiz, es entsteht ein Teufelskreis.

Liegt eine Allergie vor?

Eine genaue Allergieabklärung kann aufwändig und nicht für jedes Tier oder jeden Tierhalter der richtige Weg sein. Alternativ lassen sich die Symptome mit Medikamenten, einer guten Hautpflege oder Stressreduktion in manchen Fällen stark eindämmen oder verschwinden gar.

Welches sind die häufigsten Ursachen für Allergien

Bei Katze und Hund können die Allergien in drei Gruppen unterteilt werden: Flohallergie, Futterallergie und Atopie. Nicht selten gibt es Hunde oder Katzen, die mehrere Allergien gleichzeitig haben, was die Diagnostik komplizierter macht. Die Flohallergie ist eine Allergie gegen den Speichel, den der Floh während des Blutsaugens in den Tierkörper abgibt. Sie kann Hunde und Katzen jeden Alters und jeder Rasse betreffen. Nicht bei allen Tieren findet man bei der Untersuchung tatsächlich Flöhe im Fell, da es nur sehr wenige braucht, um die allergische Reaktion auszulösen. Bei Verdacht auf Flohallergie ist es wichtig, dass auch alle anderen Hunde und Katzen sowie der ganze Haushalt behandelt werden. Eine regelmässige Flohprophylaxe ist bei jedem allergischen Tier so oder so zu empfehlen, damit das Tier nicht mehr mit Flohspeichel in Kontakt kommt.

Bei der Futterallergie reagiert ein Tier mit allergischen Symptomen – Juckreiz oder Verdauungsproblemen – auf einen oder mehrere Nahrungsmittelbestandteile. Allergien auslösen können zum Beispiel: Rindfleisch, Milchprodukte, Hühnerfleisch, Lammfleisch, Fisch, Getreideprodukte oder auch Futterzusätze und vieles mehr. Zur Diagnose einer Futterallergie erhält das Tier acht bis zwölf Wochen lang ein spezielles, individuell abgestimmtes Futter. Andere diagnostische Mittel wie Bluttest, Haaranalyse oder alternative Methoden empfehlen wir nicht, da sie nicht zuverlässig sind. Die Atopie oder atopische Dermatitis ist eine Allergie gegen Umweltallergene wie Hausstaubmilben, Pilzsporen oder Blütenpollen. Betroffene Tiere können ganzjährige oder saisonale Symptome zeigen. Die Diagnose wird (wie beim Menschen) mittels Haut- oder Bluttest erstellt. Beim Hauttest werden kleine Mengen verschiedener Allergene unter die Haut gespritzt und die Reaktion abgelesen. Basierend auf den Resultaten kann eine spezifische «Impfung» zur Desensibilisierung hergestellt werden.

Katzen sind speziell

Vermehrtes Putzen, Lecken oder sogar Haareausreissen bis zur Kahlheit kann ein Zeichen für Juckreiz sein. Tückischerweise sieht man aber die sensiblen Katzen oft nicht kratzen oder lecken, sie machen das sehr diskret und sind Meisterinnen im Verstecken! Bei der tierärztlichen Untersuchung können dann Kratzspuren, Krallen mit Blutspuren oder abgeleckte Haare zum Vorschein kommen. Das zweite spezielle Symptom der Allergie bei der Katze ist der eosinophile Granulom-Komplex. Dieser Ausdruck fasst drei verschiedene Krankheitsbilder zusammen, die bei der mikroskopischen Untersuchung ähnlich aussehen. Diese Gruppe der Hautveränderungen kann die Haut oder auch die Maulschleimhaut befallen. Auch hier können Flohallergien, Futterallergie oder Atopie die Grundursache sein.

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