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Demenz bei älteren Tieren

08.06.2022

geschrieben von: VetTrust AG


Die Altersdemenz des Hundes ist eine ernstzu­ nehmende Erkrankung und keinesfalls mit einer normalen Altersschwäche zu verwechseln. Der Fachausdruck für diese Erkrankung heisst Kogniti­ ves Dysfunktionssyndrom (KDS) und wird derzeit häufig unterdiagnostiziert.

Aber wieso spielt das eine Rolle, und wieso ist das wichtig zu wissen?

Weil wir dagegen etwas unternehmen können. Die Lebensqualität Ihrer senioren Fellnase kann merklich verbessert werden, mit dem Ziel, die Beziehung zu Ihrem treuen Begleiter möglichst lange so normal wie möglich zu erhalten. Es ist uns ein Anliegen, einen Beitrag dazu zu leisten und Sie dabei zu unterstützen.

Mehrere Studien haben gezeigt, dass jeder dritte Hund im Alter zwischen elf und zwölf Jahren und bis zu jeder zweite Hund im Alter ab 15 Jahren von Altersdemenz betroffen sein kann. Dabei können bei einem besonders schnellen Verlauf erste Anzeichen bereits im Alter von sechs Jahren auftreten.

Das Kognitive Dysfunktionssyndrom ist eine unheilbare, fortschreitende, neurodegenerative Erkrankung. Unter Neurodegeneration kann man sich eine Veränderung der Gehirnstrukturen mit einer Verkümmerung der Nervenzellen und damit einem Verlust der normalen Gehirnfunktion vor­ stellen. Die Gehirnstruktur wird durch Ablagerun­gen von verschiedenen Eiweissen verändert. Zu diesen zählen Beta­-Amyloid­-Plaques und das Pigment Lipofuszin. Es gibt Hinweise auf Entzün­ dungszeichen und die vermehrte Freisetzung von freien Radikalen, die ihrerseits zu einer Schädigung und fortschreitenden Degeneration von Gehirnge­ webe führen kann. Das Gehirngewebe ist besonders anfällig für Schädigungen durch freie Radikale. Zusätzlich führen die veränderten Gehirnstrukturen zu einem Ungleichgewicht zwischen den Neuro­ transmittern, welche für ein normales Verhalten im Alltag verantwortlich sind. Mit den beschriebenen Veränderungen im Gehirn ähnelt die Erkrankung stark der Alzheimererkrankung beim Menschen.

Wir sprechen also von einer fortschreitenden Gehirnerkrankung, die zu einer graduellen Abnahme der kognitiven Fähigkeit führt. Die Früherkennung ist ein wichtiges Element, um ein rasches Fortschreiten zu verhindern.

Die Früherkennung bietet uns die Möglichkeit, durch gezieltes Training, Nahrungsergänzung und Medikamente das Fortschreiten der Erkrankung, wenn auch nicht aufzuhalten, zumindest deutlich zu verlangsamen und die Lebensqualität zu verbessern.

Wie können wir eine Erkrankung am Kognitiven Dysfunktionssyndrom erkennen? Was ist mit veränderten kognitiven Fähigkeiten gemeint?

Wenn wir von kognitiven Fähigkeiten sprechen, meinen wir die Aufmerksamkeit, die bewusste Wahrnehmung, das Erinnerungsvermögen und die Lernfähigkeit, die ein Individuum mit sich bringt. Veränderungen der kognitiven Fähigkeiten können sich wie folgt ankündigen:

Desorientierung / Verwirrung

Die Tiere wollen etwas tun und scheinen plötzlich zu vergessen, was es war. Zum Beispiel möchten sie in den Garten, stehen dann draussen und verharren, als ob sie vergessen hätten, was sie gerade tun wollten. Oder ein monotones Umherlaufen, teilweise mit monotonem Vokalisieren, oder in Ecken starren kann beobachtet werden.

Veränderte soziale Interaktion mit Menschen oder anderen Tieren

Vertraute Personen und Tiere werden nicht mehr erkannt oder es erfolgt eine ungewohnte Begrüs­ sung. Beim Zurufen können sie in die falsche Richtung schauen und haben Mühe, ihren Besitzer auf dem Spaziergang wiederzufinden.

Veränderung im Schlaf-/ Wachzyklus

Normalerweise schlafen Hunde, ähnlich wie ihre Besitzer, die Nacht hindurch, wobei sie tagsüber zusätzliche Ruhephasen einlegen. Bei erkrankten Hunden kann sich dieses Verhalten ändern. Sie schlafen tagsüber vermehrt und haben nachts mehr Wachphasen bis zu längeren Phasen von Schlaf­ losigkeit. Auch ein plötzliches Aufschrecken aus dem Schlaf sowie ein unruhiger Schlaf können auftreten.

Verlernen von Erlerntem

Grundsätzlich kann eine verminderte Lernfähigkeit und das Vergessen von Erlerntem wahrgenommen werden. Dies kann so weit gehen, dass auch die Stubenreinheit nicht mehr gegeben ist. Bekannte Befehle werden vergessen, oder es findet eine lang­ samere Reaktion und Ausführung des Kommandos statt. Wir dürfen dies also nicht mit «Sturheit im Alter» oder verminderter Hörfähigkeit verwechseln.

Veränderte Aktivität

Anfangs können vermehrte Schlafphasen und ein reduziertes Interesse an sozialer Aktivität, später gesteigerte Unruhe, Rastlosigkeit und Nachtwan­ dern oder andere repetitive Verhaltensmuster beobachtet werden.

Zusätzlich können Angststörungen wie Trennungs­ ängste, Geräuschphobien (Gewitter / Donner), vermehrtes Bellen, eine reduzierte Fellpflege und ein veränderter Appetit auftreten.

Wichtig zu wissen

Wir müssen uns bewusst sein, dass es keine Heilung für das KDS gibt. Der Verlauf wird von verschiedenen Faktoren beein­ flusst. Dementsprechend gibt es auch verschiedene Therapie­ ansätze, die im Fokus stehen. Grundsätzlich gilt, wie beim Menschen auch, je früher damit begonnen wird, desto lang­ samer schreitet die Erkrankung fort. Wir können daher mit der entsprechenden Therapie Ihren Hund unterstützen und somit den Krankheitsverlauf verlangsamen.

Der erste Schritt liegt jedoch immer in einer Kontrolle bzw. Klärung anderer medizinischer Erkrankungen, die ihrerseits ähnliche Symptome verursachen können. Es ist zudem bekannt, dass Zahnerkrankungen sowie auch Gelenkserkran­ kungen eine Demenzerkrankung begünstigen können.

Wie kann Ihrem Hund geholfen werden?

Die Auswahl der passenden therapeutischen Behandlung richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen unserer Patienten und sollte sorgfältig ausgewählt werden. Folgende Therapieansätze stehen im Fokus:

Hilfestellung im Alltag

  • Einhaltung einer konstanten, regelmässigen Tagesstruktur.

  • Mentale / kognitive Stimulation: regelmässiges Üben von Kommandos, Spielen, neue Spielzeuge hinzufügen, Suchspiele, Kauspielzeug.

  • Vermehrte / regelmässige Aktivität: Vermehrt kleine Spazier­gänge zum Versäubern können helfen, die Stubenreinheit zu erhalten.

Diätetische Massnahmen

Verschiedene wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass gezielte diätetische Massnahmen sowie Nahrungsmittelergänzungen nachweislich unter­ stützen können. Hierzu zählen zum Beispiel: Vitamin B, C und E, Beta­Carotin, Selen, mitochond­riale Co­-Faktoren (Alpha­-Liponsäure und L­-Carnitin), sowie essenzielle Fettsäuren (MCT, Omega­-3­-Fett­ säuren / DHA).

Medikamente

Bei gewissen Patienten kann es sinnvoll sein, die eingeleiteten therapeutischen Massnahmen mit Medikamenten zusätzlich zu unterstützen. Bei Tieren, die sehr ängstlich sind oder deutliche Nachtaktivität zeigen, können Antidepressiva oder angstlösende Medikamente zum Einsatz kommen.

Demenz-Neurologie-Sprechstunde als exklusives Angebot

Das KDS ist eine unterdiagnostizierte Erkrankung unserer Fellnasen im Seniorenalter. Die ersten Anzeichen einer Erkrankung sowie der individuelle Verlauf können stark variieren. Die Diagnoseerstellung kann auf den ersten Blick schwierig erscheinen, weil es sich um ein komplexes Krankheitsbild handelt. Es ist unser Ziel, betroffene Patienten frühzeitig zu diagnostizieren und damit rechtzeitig eine Therapie einleiten zu können. So können wir dazu beitragen, die Lebensqualität Ihres Tiers im Alter zu verbessern und möglichst lange beizubehalten.

In der Spezialistenklinik der Tierklinik Basel bieten wir in der Abteilung für Neurologie ein breites Angebot an neurologischen Dienstleistungen exklusiv im Raum Basel an, um neurologische Erkrankungen früh zu erkennen, problemorientiert abzuklären und gezielt zu therapieren.

In der Spezialistenklinik der Tierklinik Basel bieten wir in der Abteilung für Neurologie ein breites Angebot an neurologischen Dienstleistungen exklusiv im Raum Basel an, um neurologische Erkrankungen früh zu erkennen, problemorientiert abzuklären und gezielt zu therapieren.

Für die Diagnose und Behandlung des Kognitiven Dysfunktionsyndroms beim Hund bieten wir spezielle Demenzsprechstunden an. Dabei decken wir folgende Dienstleistungen ab:

  • Früherkennung und Diagnose des Kognitiven Dysfunktionssyndroms

  • Beratung und Besprechung vorbeugender Massnahmen

  • Ausschluss anderer Erkrankungen mittels spezialisierter Diagnostik

  • Erstellen eines individuellen Therapieplans für an Kognitiver Dysfunktion erkrankten Tieren

  • In Zusammenarbeit mit unserer Spezialisten­klinik (Chirurgie, Innere Medizin / Kardiologie, Radiologie, Zahnmedizin, Sport und Schmerz) können wir eine multimodale Verbesserung der Lebensqualität gewährleisten

  • Wir arbeiten eng mit Ihren Haustierärzten zusammen, um eine optimale Versorgung längerfristig zu ermöglichen

  • Wir bieten die Möglichkeit, an unseren speziellen Trainingsstunden im «Memory Gym» zur Verbesserung der mentalen und motorischen Fähigkeiten älterer Tiere teilzunehmen.

Mehr Unter: www.tierischgesund-magazin.ch

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